Eine Website ist ein dynamisches Projekt: es kommen neue Seiten hinzu, alte Seiten werden verworfen, URLs werden geändert. Das liegt in der Natur der Sache. Für die Suchmaschinenoptimierung ist es wichtig, dass man alte URLs nicht einfach ins Leere laufen lässt, sondern sie fachgerecht auf passende Seiten weiterleitet. Weiterleitungen einzurichten gehört zu den grundsätzlichen Aspekten einer Onpage Optimierung.

Schauen wir uns zuerst die relevanten Statuscodes an, die als Antwort auf eine HTTP-Anfrage ausgegeben werden können:

  • 200 – Unter dieser URL wurde eine valide Webseite gefunden
  • 404 – Unter dieser URL kann keine Webseite gefunden werden
  • 301 - Die URL wurde dauerhaft auf eine neue URL verschoben
  • 302 - Die URL wurde vorübergehend auf eine andere URL verschoben, die alte Adresse ist noch gültig

 

Wir unterscheiden also zwischen zwei HTTP-Weiterleitungen. Der Code 302 wird nur für einen vorübergehenden Redirect genutzt. Suchmaschinen wird signalisiert, dass die alte Adresse nach einer kurzen Umbauphase wieder erreichbar sein wird. Sie können also die alte URL im Index behalten und müssen der neuen URL keine größere Aufmerksamkeit zukommen lassen.


Permanente Weiterleitung oder 301 Weiterleitung

 

Der Code 301 gibt dagegen an, dass eine URL dauerhaft umgezogen ist und durch eine neue ersetzt wurde. Durch eine 301 Weiterleitung bleibt beinahe der gesamte Linkjuice erhalten, die Backlinks bleiben gleichermaßen stark und sogar 90 bis 99% des PageRank werden mitgenommen.

Um von schon bestehenden Rankings der alten URL profitieren zu können, muss also unbedingt eine 301-Weiterleitung eingerichtet werden.

Übrigens: 301-Weiterleitungen werden sowohl zur Verschiebung einzelner URLs als auch für Webseitenumzüge genutzt. Wichtig: Wenn wir mit unserer Seite umziehen, dann komplett. Es bleiben keine alten Inhalte zurück. Das verwirrt die Suchmaschinen und kann dem PageRank schaden.

Wie richte ich eine 301-Weiterleitung ein?

1. Eine 301-Weiterleitung im CMS einrichten

In einigen Content Management Systemen gibt es die Möglichkeit, direkt 301-Weiterleitungen einzurichten. Oft können Erweiterungen installiert werden, die diese Funktion bieten. Dies ist sicherlich die unkomplizierteste Lösung.

 

2. Eine 301-Weiterleitung in der .htaccess-Datei einrichten

Damit man einen 301-Redirect via .htaccess Datei einrichten kann, muss der Server ein Apache Webserver sein. Außerdem muss dort das Modul mod_rewrite freigeschaltet sein. Ob eine .htaccess Datei vorhanden ist hängt üblicherweise vom gewählten Hosting-Paket ab. Sie können sie aber auch selbst anlegen, indem Sie eine Textdatei mit dem Namen „.htaccess“ erstellen und via FTP-Client ins Root-Verzeichnis Ihrer Seite legen.

In die .htaccess Datei wird folgender Code eingefügt:


301 Weiterleitung mit htaccess

Durch den Befehl „RewriteEngine On“ geht das mod_rewrite-Modul des Apache Servers an. In der nächsten Zeile gibt „Redirect 301“ die Art des Redirects an. „/alte-Seite.html“ bestimmt die Seite, von der aus weitergeleitet werden soll. Nach einem Leerzeichen folgt mit „http://www.domain.tld/neue-Seite.html“, die Seite, auf welche weitergeleitet werden soll.

 

3. Einen 301-Redirect mit PHP einrichten

Um einen 301-Redirect via PHP einzurichten muss das Dokument logischerweise eine PHP-Datei sein. Ist das der Fall kann der folgende Beispielcode direkt in die Datei eingefügt werden:


301 Weiterleitung mit PHP

 

Die erste Zeile mit dem Präfix „header“ gibt an, welcher Redirect genutzt wird (301 Moved Permanently). Die zweite Zeile gibt die neue URL an, zu welcher weitergeleitet wird. Die dritte Zeile (Connection: close) besagt einfach, dass keine weiteren Anweisungen nach dem Redirect mehr folgen.

 

Matt Cutts von Google erklärt 301-Weiterleitungen

Matt Cutts beantwortet uns die Frage, wie viele 301-Redirects auf einer Website vorhanden seien dürfen:

  • Es gibt keine Beschränkung der Redirects auf einer Seite, die gecrawlt werden.
  • Matt betont, dass keine 301-Redirects hintereinandergeschaltet werden sollten, da der Google Robot irgendwann aufhört diesen zu folgen.
  • Weiterleitungen sollten außerdem immer zum genau gleichen Inhalt führen und niemals einfach ins Root-Verzeichnis der Website.
  • Wichtig: 301 Weiterleitungen sind für einen dauerhaften Umzug gedacht, nämlich dann, wenn man nicht mehr zur vorherigen Domain zurückkehrt.
 

 

Sich in Geduld üben

Der Redirect ist nun eingerichtet, stellt sich noch die Frage, wann sich Suchmaschinen komplett auf die neuen URLs eingestellt haben. Ein genauer Wert kann hier nicht genannt werden, doch kann es bei einem kompletten Webseitenumzug auch Wochen oder sogar Monate dauern bis die gesamte Seite und ihre Reputation auf die neue URL übertragen wurde. Wir müssen uns in Geduld üben, denn: Die Redirects werden erkannt, wenn sie erkannt werden. Wir können den Google Robot nicht dahingehend beeinflussen die Website schneller erneut zu crawlen.

Es ist nicht zu empfehlen, die Befehle zur 301-Weiterleitung nach ein paar Monaten zu entfernen. Google hat dann zwar die neue URL indexiert, es existieren im Internet aber sicher noch Verlinkungen zur alten Adresse. Um von diesen weiter profitieren zu können, muss die Weiterleitung aktiv bleiben.

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