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27. Juni 2023
Matomo – eine sinnvolle Alternative zu Google Analytics?
Carl-Uwe Würfel - Author
Carl-Uwe Würfel
13 Minuten
Magazin Sumax

Matomo - eine sinnvolle Alternative zu Google Analytics?

Webanalyse ist für nahezu jede Onlineplattform unerlässlich. Sobald eine Website ein Ziel verfolgt, muss der Erfolg messbar gemacht werden. Um das Aufkommen und Verhalten von Website-Besuchern in greifbare Daten zu verwandeln, gibt es verschiedene Lösungen und Tools. Viele Content Management Systeme und Shops kommen bereits von Haus aus mit mehr oder weniger eingeschränkten Möglichkeiten zur Auswertung des Besucherverhaltens. Spätestens wenn für die Promotion der Website verschiedene Marketing-Kanäle genutzt werden, ist die Nutzung eines dedizierten Analyse-Tools unverzichtbar.

 

Als Platzhirsch im Bereich der Webanalyse Lösungen gilt vermutlich immer noch Google Analytics. Doch langsam bröckelt das Bild vom unangefochtenen Analysewerkzeug. Mit den ersten gerichtlichen Urteilen gegen die Nutzung von Google Analytics innerhalb der EU, wird der Wunsch nach einer datenschutzkonformen Alternative unter den Website-Betreibern groß. Hinzu kommt der nun erforderliche Umzug von Universal Analytics auf Analytics 4. Ab dem 1. Juli 2023 werden in den Universal Analytics Properties keine neuen Daten mehr verarbeitet. Höchste Zeit also, sich noch einmal mit der Wahl des Analyse-Tools auseinanderzusetzen.

 

Mit diesen Faktoren im Hinterkopf, ist für uns Matomo in den Fokus gerückt. Was genau Matomo ist, welche Funktionen Matomo bietet und welche Vor- beziehungsweise Nachteile wir sehen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was ist Matomo?

Matomo (ehemals Piwik) ist eine Open-Source-Webanalytik-Plattform, die verwendet wird, um das Besucherverhalten auf einer Website zu verfolgen und zu analysieren. Matomo bietet eine Vielzahl von Tools und Funktionen, die es Website-Betreibern ermöglichen, Daten wie Besucherzahl, Besucherquellen, Besucherverhalten, Conversion-Raten und mehr zu sammeln und zu analysieren. Die grundlegenden Funktionen sowie das User Interface erinnern an vielen Stellen deutlich an Google Analytics.

Matomo vs Google Analytics

Im Wesentlichen verfolgen beide Tools dasselbe Ziel: die Erhebung von aussagekräftigen Nutzerdaten. Nachfolgende haben wir einige wesentliche Unterscheidungen aufgeführt:

Matomo Google Analytics
Kosten Kostenlos (On-Premise), viele Funktionen nur kostenpflichtig verfügbar Kostenlos
Hosting Cloud & eigenes Hosting möglich Nur Cloud Hosting
Dateneigentum Beim Website Betreiber Bei Google
Google Search Console Nur mit kostenpflichtigen Add-on Problemlos möglich
Google Ads Integration Nur mit kostenpflichtigen Add-on Problemlos möglich
Yahoo! und Bing Search Console Nur mit kostenpflichtigen Add-on Nicht möglich

Matomo On-Premise oder Cloud?

Wenn Sie Matomo nutzen möchten, haben Sie die Möglichkeit, sich zwischen Matomo On-Premise oder Cloud.

 

Bei Matomo Cloud handelt es sich um die von Matomo für Sie gehostete Variante. Die Cloud-Lösung bietet den Vorteil, dass Sie sich nicht um die Wartung und Verwaltung der Software kümmern müssen, da dies vom Matomo-Team übernommen wird. Darüber hinaus verfügt die Matomo-Cloud über eine hochmoderne Infrastruktur und ein dediziertes Sicherheitsteam, das für die Sicherheit Ihrer Daten sorgt. Dies kann besonders für kleine Unternehmen oder Websites von Vorteil sein, die nicht über die Ressourcen verfügen, um eine eigene IT-Infrastruktur und ein Sicherheitsteam aufzubauen. Im Gegensatz zur On-Premise Lösung, ist Matomo Cloud mit festen monatlichen Kosten verbunden. Das günstigste Cloud Paket ist derzeit ab 19,00€ zu haben.

 

Matomo On-Premise ermöglicht es Ihnen, die vollständige Kontrolle über Ihre Daten zu behalten, da alle Daten auf Ihrem eigenen Server gespeichert werden. Dadurch können Sie auch Ihre eigenen Datenschutzrichtlinien und -standards einhalten. Wie bereits angesprochen, ist Matomo On-Premise kostenlos verfügbar. Viele sinnvolle Funktionen, die bei der Cloud Lösung bereits enthalten sind, müssen allerdings durch zusätzliche Abonnements erworben werden. Website-Betreiber oder Marketer, die auch bezahlte Werbeanzeigen nutzen, werden vermutlich nicht um eine kostenpflichtige Erweiterung herumkommen.

Matomo und DSGVO

Seit dem 25. Mai gilt in Deutschland und der Europäischen Union die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Darin wird der Umgang mit personenbezogenen Daten geregelt. Besonders relevant wird die gesetzliche Regelung für Website-Betreiber und Marketer, wenn es um die Auswertung von Nutzerdaten geht. Ohne die explizite Zustimmung der Website-Besucher dürfen keine personenbezogenen Daten erhoben oder verarbeitet werden.

 

Mit der steigenden Bedeutung von Datenschutz und strengen Auflagen für die Erhebung von Daten ist Matomo für viele Website-Betreiber eine interessante Alternative zu Google Analytics geworden. In erster Linie liegt das daran, dass Matomo beim Tracking ohne das Setzen von Cookies auskommen kann und die erhobenen Daten nicht an Dritte weitergegeben werden müssen.

Matomo bietet die Einstellungsmöglichkeit alle Cookies, die zum Tracking genutzt werden, zu deaktivieren. Werden keine Cookies mehr gesetzt, ist auch keine gesonderte Abfrage der Zustimmung über einen Consent Manager nötig. Eine Erläuterung zur Verwendung der Nutzerdaten durch Matomo ist jedoch weiterhin nötig. Diese muss in der Datenschutzerklärung erfolgen.

Google Webmaster Tools Leistung

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datenschutz-Grundverordnung

Matomo auf Ihrer Website integrieren

Die Integration von Matomo auf Ihrer Website unterscheidet sich je nachdem, ob Sie Matomo On-Premise oder Matomo Cloud nutzen möchten.

 

Haben Sie sich für die kostenpflichtige Matomo Cloud Lösung entschieden, ist die erstmalige Installation auf Ihrer Website spielend leicht. Nachdem Sie sich für Matomo Cloud oder die kostenlose Testversion angemeldet haben, erhalten Sie per E-Mail neben Ihren Anmeldedaten auch Ihren persönlichen Tracking Code.

 

Der Tracking Code muss nun in den Head-Bereich Ihrer Website eingefügt werden. Am besten fügen Sie den Code ganz an das Ende des Head-Bereichs, direkt vor das schließende </head>-Tag. Nun ist Matomo in der Lage, Daten zu erfassen. Sobald sich die ersten Nutzer auf Ihrer Website befinden, können Sie mit der Auswertung der Daten beginnen.

Tipp:

Für WordPress und viele andere gängige Content Management Systeme bietet Matomo auch Plugins an, die die Integration noch einfacher gestalten. Sollten Sie sich mit der manuellen Anpassung des Head-Bereichs Ihrer Website nicht wohl fühlen, suchen Sie im entsprechenden Plugin Store einfach nach Matomo.

Sollten Sie sich für die kostenlose On-Premise Lösung entschieden haben, setzt die Integration etwas mehr technisches Verständnis voraus. Mit Hilfe der offiziellen Anleitung von Matomo wird Ihnen auch die Installation von Matomo On-Premise gelingen. Grundlegende Voraussetzung für die Installation ist jedoch der Zugang zu Ihrem Webserver sowie ein FTP-Zugang. Die empfohlenen technischen Anforderungen an Ihren Webserver finden Sie hier.

Erfüllen Sie die nötigen Voraussetzungen, starten Sie mit dem Download der neuesten Matomo Version und folgen Sie den Schritten in der offiziellen Anleitung zur Einrichtung von Matomo On-Premise. Ist alles richtig konfiguriert, fehlt nur noch der Tracking Code auf Ihrer Website. Genau wie der Tracking Code für Matomo Cloud, muss dieser im <head> Ihrer Website platziert werden.

Funktionen von Matomo

Matomo bietet viele Funktionen und Visualisierungsmöglichkeiten, die Nutzern von Google Analytics bekannt vorkommen werden. Einige Besonderheiten weisen die Features von Matomo aber dennoch auf.

Das Matomo Dashboard und Berichte

Loggen Sie sich in Ihr Matomo auf Ihrer Website ein, werden Sie von Ihrem individuellen Dashboard begrüßt. Auf dem Matomo Dashboard lassen sich die wichtigsten Performance-Daten Ihrer Website auf einen Blick zusammenfassen. Je nachdem, welche Statistiken oder KPIs Sie auf täglicher Basis auswerten möchten, können Sie Ihr Dashboard individuell anpassen.

Für eine tiefergehende Analyse bietet Matomo die Möglichkeit, in die einzelnen Berichte einzutauchen. Zu den grundlegenden Berichten gehören die Sektionen Besucher, Verhalten und Akquisition. Darüber hinaus können weitere Berichte über die zusätzlichen Premium-Features ergänzt werden.

Der Besucher-Bericht

Für jeden Bericht gibt es einen Übersicht-Tab, dem die wichtigsten Informationen der entsprechenden Sektion entnommen werden können. Für den Besucher-Bericht finden sich hier eine Darstellung des Besucheraufkommens sowie eine Zusammenfassung wichtiger KPIs wie zum Beispiel die Gesamtanzahl der Besuche oder die durchschnittliche Aufenthaltsdauer.

Ein besonders interessantes Feature im Besucher-Bericht ist, unserer Ansicht nach, das Besucherprofil. Hier lassen sich auf einen Blick wertvolle Informationen zum Verhalten einzelner Nutzer auf Ihrer Website einsehen. Neben grundlegenden Zielgruppeninformationen wie Endgerät, Betriebssystem und Standort lassen sich hier auch besuchte Seiten und dort ausgeführte Ereignisse und Conversion einem bestimmten Nutzer zuordnen. Das Besucherprofil beinhaltet dabei Daten über mehrere Website-Besuche des Nutzers hinweg. Natürlich lässt sich dem Profil auch entnehmen, aus welchem Marketing-Channel der Besucher stammt.

Tipp:

Die einzelnen Besucherprofile lassen sich nicht nur unter dem Reiter Besucher-Log aufrufen. Besucherprofile lassen sich zu den meisten Berichten einblenden. So können beispielsweise Besucher mit einer bestimmten Einstiegsseite oder einem bestimmten Ereignis untersucht werden.

Der Verhalten-Bericht

Der Bericht Verhalten dient zur Analyse spezifischer Interaktion und Verhaltensmuster Ihrer Website-Besucher. Anstelle eines Übersicht-Tab findet sich hier eine Auflistung Ihrer Website-Unterseiten. Mit einem Klick auf die gewünschte Seite lässt sich die Performance der gewählten Unterseite visualisieren. Die Ansicht der verschiedenen KPIs Abbildungen lässt sich flexibel umstellen. So kann beispielsweise schnell zwischen der Darstellung der Seitenansichten und der Absprungrate gewechselt werden.

Tipp:

Der Entwicklungsgraph einer Seite  lässt sich zudem auch über den einer anderen Seite legen. Auf diese Weise lässt sich die Leistung verschiedener Seiten einfach miteinander vergleichen.

Im Verhalten-Bericht lassen sich außerdem auch die typischen Ein- und Ausstiegsseiten Ihrer Besucher analysieren. Unter dem Reiter Ereignisse können spezifische Benutzerinteraktionen genauer untersucht werden. Genau wie in der Seiten-Ansicht kann hier die Entwicklung der einzelnen Ereignisse visualisiert werden.

Der Akquisition-Bericht

Die im Akquisition-Bericht abgebildeten Kanaltypen können auch als benutzerdefinierte Segmente in anderen Berichten verwendet werden. Eine gängige Anwendung ist die Analyse des Besucherverhaltens aus einem bestimmten Marketing-Kanal.

Ein für die Suchmaschinenoptimierung Ihrer Website interessantes Feature ist die Crawl-Übersicht im Akquisition-Bericht. Die Crawl-Übersicht verschafft Ihnen einen schnellen Einblick über Informationen wie indexierte Seiten, Crawling-Fehler und eingehende Links. 

Aber Achtung:

Der Bericht bezieht sich derzeit lediglich auf Daten der Suchmaschinen Yahoo! und Bing. Außerdem ist die Crawl-Übersicht Teil der kostenpflichtigen Premium Features.

Der Matomo Tag Manager

Um spezifische Interaktionen mit Ihrer Website erfassbar zu machen oder die Integration von externen Marketing-Tools zu erleichtern, stellt Matomo einen Tag Manager bereit. Der Tag Manager ermöglicht Ihnen, bestimmte Conversion und Ereignisse zu erfassen und in Ihren Berichten auszuwerten. 

 

Der Tag Manager erleichtert Ihnen außerdem die Verbindung Ihrer Website mit anderen Tracking Diensten, ohne Änderungen am Website-Code vornehmen zu müssen.

 

Der Matomo Tag Manager ähnelt im wesentlichen Aufbau sehr der Tag Manager Lösung von Google. Die beiden Tools unterscheiden sich zwar in der visuellen Präsentation, bieten beim Erstellen von Tags, Triggern und Variablen die gleichen Funktionen. Es muss jedoch angemerkt werden, dass der Google Tag Manager die Integration von Drittanbieter Tools sehr einfach sein kann. Möglich gemacht wird dies durch eine umfassende Auswahl an Community Vorlagen.

Unser Fazit

In unserem Beitrag konnten wir Ihnen hoffentlich einen guten Überblick über die grundlegenden Berichte, Funktionen und verschiedene Varianten von Matomo verschaffen. Sie haben nun ein Bild davon, wie Ihnen Matomo beim Verstehen Ihrer Website-Leistung helfen kann.

 

Als Fazit fassen wir die wesentlichen Vor- und Nachteile von Matomo noch einmal zusammen:

  • Datenschutz-konformes Tracking ohne das Setzen von Cookies
  • Kontrolle über alle Daten bleibt in Ihrem Unternehmen
  • Detaillierte Ansicht von einzelnen Nutzern und ihren Besuchern (Besucherprofil)
  • Teilweise unübersichtliche UI
  • Wichtige Feature sind nur kostenpflichtig verfügbar

Als Website-Betreiber verstehen Sie die Wichtigkeit von nutzbaren Daten zu Besuchern und ihrem Verhalten bzw. ihren Erfahrungen auf Ihrer Website. Die Auswertung der erhobenen Daten sowie die Ableitung der daraus gewonnenen Erkenntnisse und Maßnahmen sind eine Herausforderung an sich.

 

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