Das Google Disavow Tool - Alles, was Sie wissen müssen
Was ist ein Disavow-Tool?
Beim Disavow Tool ist Vorsicht geboten
Das Disavow Tool sollte immer der letzte Ausweg sein, um einen schädlichen Link zu entschärfen. Vorher sollten Sie die Betreiber der anderen Seiten kontaktieren und sie bitten, den Link zu Ihrer Seite zu entfernen oder ihn zu qualifizieren – bei bezahlten Platzierungen mit rel="sponsored", bei nutzergenerierten Inhalten wie Kommentaren und Forenbeiträgen mit rel="ugc". rel="nofollow" bleibt in allen diesen Fällen zulässig; Google bevorzugt für Werbelinks lediglich sponsored und behandelt beide Werte zu diesem Zweck gleich.
Google selbst warnt vor der Benutzung des Disavow Tools. Das Tool ist eine Funktion für erfahrene Nutzer und kann sich bei unsachgemäßer Nutzung negativ auf das Ranking Ihrer Seite auswirken. Haben Sie bei Ihrer Webseite gerade erst eine Suchmaschinenoptimierung mitsamt Backlink-Aufbau durchführen lassen? Dann passiert es schnell, dass Sie Verlinkungen entwerten, die Google positiv bewertet. Zu den negativen Impulsen durch schlechte Links kommt dann noch der Verlust positiver Rankingimpulse hinzu.
In diesem Video gibt Matt Cutts unter anderem einen Überblick darüber, wie Sie schädliche Links identifizieren:
- Erhalten Sie eine Nachricht von Google, dass schlechte Backlinks Ihre Seite belasten, nennt Google in der Regel Beispiele dafür, um welche Art von Links es sich handelt.
- Sie erhalten keine vollständige Liste zum Abarbeiten: Google gibt Ihnen lediglich einen Hinweis darauf, welche Art von Links sich negativ auf Ihre Website auswirkt.
- Ist eine Nachricht von Google über möglicherweise schlechte Backlinks erst kürzlich eingetroffen, können Sie über die Search Console die neu entstandenen Backlinks zu Ihrer Webpräsenz einsehen und dort eingreifen.
- Matt Cutts stellt noch einmal klar: Das Disavow Tool ist nur für fortgeschrittene Nutzer gedacht und sollte nicht unbedacht eingesetzt werden.
Disavowing im Detail
Wenn Sie sich für die Nutzung des Disavow Tools entscheiden, gehen Sie wie folgt vor:
- Prüfen Sie Ihr Linkprofil gründlich, etwa in einem Linkaudit, und sammeln Sie alle schädlichen Backlinks in einer Textdatei. Diese Datei muss vom Dateityp TXT sein und darf nur UTF-8 oder 7-Bit-ASCII kodiert sein.
- In die txt-Datei gehören ausschließlich die Links, die Google ignorieren soll, nichts anderes.
- Jeder Link steht in einer eigenen Zeile. Möchten Sie alle Links entwerten, die von einer Domain auf Ihre Seite zeigen, stellen Sie der URL das Präfix „domain:“ voran (z.B. domain:http://example.com).
- Den gesammelten Links können Sie Kommentare hinzufügen, indem Sie vor jede Kommentarzeile ein # setzen. Erstreckt sich ein Kommentar über mehrere Zeilen, erhält jede dieser Zeilen ein #.
- Die Textdatei mit den zu entwertenden Links laden Sie nun in der Search Console hoch. Zwei Punkte sind dabei entscheidend: Der Upload ersetzt die vorhandene Liste dieser Property vollständig – hochgeladen wird deshalb immer die komplette Liste und nicht nur die Ergänzung. Und das Tool unterstützt keine Domain-Properties; für den Upload brauchen Sie eine URL-Präfix-Property und müssen deren Inhaber sein.

Ein nützliches Tool mit schwer abschätzbaren Erfolgen
Den Erfolg der Maßnahme können Sie oft nur schwer einschätzen. Wenn Sie alles richtig gemacht haben, sollte sich eine Verbesserung Ihrer Rankings einstellen, beziehungsweise die von Google gegen Sie verhängte Maßnahme aufgehoben werden. Wie schnell Google die Informationen aus dem Disavow Tool berücksichtigt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Beachten Sie auch, dass keine schnelle Verbesserung eintreten wird, wenn Sie einen Großteil Ihrer Links entwerten und nur noch wenige verbleiben.



