Google Helpful Content Update: Alles, was Sie wissen müssen
Google führte das Helpful Content System 2022 ein. Es sollte hilfreiche, für Menschen geschriebene Inhalte besser erkennen. Im März 2024 ging es laut Googles Übersicht der Rankingsysteme in die zentralen Rankingsysteme über. Der damalige Start nur für englische Suchanfragen beschreibt deshalb nicht den heutigen Stand.
Der historische Name bezeichnet heute kein getrenntes Update, auf das Sie Ihre Website einmalig vorbereiten müssten. Prüfen Sie fortlaufend, ob Inhalte die Fragen Ihrer Zielgruppe beantworten und eigene, nachvollziehbare Informationen enthalten.
In diesem Beitrag lesen Sie, wie das Helpful Content Update funktioniert, welche Auswirkungen es auf Websites hat und wie Sie Ihre Inhalte daran ausrichten, um besser zu ranken.
Die wichtigsten Informationen rund um das Helpful Content Update
Google arbeitet laufend daran, Nutzerinnen und Nutzern passende Ergebnisse für ihre Suchanfrage zu liefern. Der Content spielt dabei eine zentrale Rolle und war in den vergangenen Jahren mehrfach Gegenstand großer und kleiner Algorithmus-Anpassungen. Das Helpful Content Update führt nun einen Trend fort, den SEOs und Content-Experten schon kennen: Inhalte sollen nicht primär für die Suchmaschine optimiert, sondern people-first, also vor allem user-freundlich und nützlich sein.
Next week, we will launch the “helpful content update” to better ensure people see more original, helpful content written by people, for people, rather than content made primarily for search engine traffic. Learn more & advice creators should consider: https://t.co/fgf2TPNIqD pic.twitter.com/xOuX2iVk2d
— Google Search Central (@googlesearchc) August 18, 2022
Was beinhaltet das Helpful Content Update genau?
Google führte mit diesem Update ein neues Ranking-Signal (bzw. einen Ranking-Faktor) ein, das neben den bisherigen Signalen über das Ranking einer Website entscheidet. Bemerkenswert ist hierbei, dass das Signal die gesamte Website betrifft.
Der Crawler prüft künftig vollautomatisch den Content der gesamten Seite und stellt fest, ob es sich um hilfreiche Inhalte oder um dünnen, allein für Suchmaschinen erstellten Content ohne echten Mehrwert handelt.
Ganz genau heißt es bei Google:
“Our systems automatically identify content that seems to have little value, low-added value or is otherwise not particularly helpful to those doing searches.”
(Quelle: Was Creator über die Google-Aktualisierung zu hilfreichen Inhalten wissen sollten)
Wie funktioniert das Helpful Content Ranking-Signal?
Wie immer crawlt Google die Website und prüft den Content anhand des neuen Helpful Content Signals. Stellt sich heraus, dass viele Seiten minderwertigen oder nicht hilfreichen Content enthalten, wirkt sich das negativ auf die Gesamtbewertung aus und kann so das Ranking beeinflussen. Die Seite wird mit einem sogenannten classifier (Klassifikator) versehen und damit als nicht hilfreich eingestuft.
Der classifier läuft kontinuierlich, das heißt: Veränderungen auf der Website werden über mehrere Monate beobachtet. Damit erkennt Google, ob neue, hilfreiche Unterseiten geschaffen werden und ob minderwertiger Content langfristig verschwindet. Erst nachdem eine langfristige Veränderung erkennbar ist, wird der classifier entfernt.
Google weist ausdrücklich darauf hin, dass der gesamte Prozess automatisch abläuft und auf Machine Learning basiert. Gleichzeitig handelt es sich beim neuen Ranking-Signal nur um eines von vielen: Wie stark es sich auf das Ranking auswirkt, hängt vom Gesamtzustand der Seite ab.
Genau heißt es in dem von Google veröffentlichten Beitrag zum Helpful Content Update:
“(…) some people-first content on sites classified as having unhelpful content could still rank well, if there are other signals identifying that people-first content as helpful and relevant to a query. The signal is also weighted; sites with lots of unhelpful content may notice a stronger effect.” (Quelle)
Ranking-Signale bzw. Ranking Faktoren sind die Kriterien, die Google für die Bewertung und damit das Ranking einer Website heranzieht. Wichtige Content Ranking Signale sind z.B. die Textlänge, die Textstruktur, verwendete Keywords und mehr. Insgesamt gibt es mehr als 200 Ranking Signale. Mit dem Helpful Content Update kommt nun ein weiteres Ranking-Signal hinzu.
Was ändert sich durch das Google Helpful Content Update?
Das Helpful Content Update stellt den Grundsatz ‚people first' in den Mittelpunkt. Was bedeutet das neue Ranking-Signal konkret für Sie als SEO oder Website-Betreiber?
Content muss primär für Menschen gemacht sein
Diese Maßgabe gilt nicht erst seit dem Update. Googles Helpful Content Update verschärft die Anforderung jedoch. Schon seit Jahren betont die Suchmaschine immer wieder, wie wichtig hochwertiger Content mit konkretem Mehrwert ist. Gute Inhalte beantworten Fragen schnell, einfach und kompetent, sodass User nicht lange suchen müssen, um verlässliche Informationen zu erhalten. Gerade sogenannte Your Money Your Life Seiten, die sich mit Gesundheits- oder Finanzthemen beschäftigen, wurden in der Vergangenheit genau unter die Lupe genommen und hatten große Ranking-Probleme, wenn Content nicht gut belegt und hilfreich gestaltet war (man denke an das berühmt-berüchtigte E-A-T Update).
Wenn es nach Google geht, sollten also eigentlich schon alle Webseiten mit hochwertigen, einzigartigen, informativen und hilfreichen Inhalten gefüllt sein. Die Message der Suchmaschine ändert sich nicht direkt, allerdings sorgt Google mit dem Update durchaus für eine Verschärfung, denn:
Die gesamte Website zählt
Neu beim Helpful Content Update ist, dass das Ranking-Signal die gesamte Website betrifft. Haben Sie beispielsweise einige hochwertige Unterseiten mit starkem Content, die Ihr Ranking bisher positiv beeinflusst haben, können Ihnen jetzt vernachlässigte Seiten mit dünnem Content zum Verhängnis werden.
Für deutschsprachige Websites besteht keine Schonfrist, die sich aus dem ursprünglich englischsprachigen Start ableiten ließe. Prüfen Sie Ihre Inhalte unabhängig von einzelnen Update-Namen. Eine Überarbeitung sollte konkrete inhaltliche Schwächen beheben; ein neues Datum oder zusätzliche Textmenge allein reicht dafür nicht aus.
Wenn Sie Altlasten mitschleppen, einen Content Audit seit Längerem aufschieben oder den Überblick über alte Landingpages und Unterseiten verloren haben, sollten Sie Ihre Website im Rahmen des Helpful Content Updates genau prüfen.
Das Helpful Content Update unterstreicht den Anspruch, den Google seit Jahren an Content stellt
Wenn Sie Ihren Content konsequent an den Google Richtlinien ausrichten, ändert das Helpful Content Update für Sie wenig. Haben Sie dagegen noch Unterseiten mit dünnem, minderwertigem Content im Index, sollten Sie zeitnah nachoptimieren, um Ihre Rankings nicht zu gefährden.
Oder mit den Worten von Danny Sullivan:
Bottom line. Content producers should review our guidelines and advice about helpful content. If you’re not succeeding, and you’re not following these, that might be something to reconsider: https://t.co/G6g7hvE7P2
— Danny Sullivan (@dannysullivan) September 6, 2022
Wie optimieren Sie für das Helpful Content Update?
Möglicherweise erstellen Sie bereits people-first Content nach den Google Richtlinien und sehen das Update gelassen. Oder Sie nehmen die Neuerungen zum Anlass, bestehende Inhalte zu prüfen und künftigen Content von vornherein so anzulegen, dass er den Kriterien des Helpful Content Updates entspricht. Für diesen Fall folgen die zentralen Optimierungstipps.
Wie mache ich meine Website fit für das Helpful Content Update?
Um schon jetzt bereit für das Helpful Content Update zu sein, empfehlen sich zwei Strategien:
- Bestehenden Content prüfen und nachoptimieren oder entfernen
Google empfiehlt mit Blick auf das Helpful Content Update vor allem eines: minderwertigen Content aufwerten oder direkt entfernen. Sie können bestehende Inhalte aber auch nachoptimieren und auffrischen, um sie hilfreicher zu gestalten.
- Neuen Content direkt bei der Erstellung für das Update optimieren
Wenn Sie neue Inhalte planen, können Sie anhand der von Google veröffentlichten Hinweise dafür sorgen, dass diese im Zuge des Helpful Content Updates Ihr Ranking stärken.
Natürlich können Sie diese Strategien kombinieren. Wie Sie bei der Optimierung konkret vorgehen, haben wir in einem kurzen Guide zusammengefasst.
Guide Helpful Content Optimierung: So machen Sie sich bereit für das Google Update
Mit einem Content Audit verschaffen Sie sich einen Überblick über alle Inhalte, die aktuell auf Ihrer Website vorhanden sind. Dabei können Sie anhand dieses Schemas vorgehen:
- Inventory – Content zusammentragen
Sie erstellen eine Übersicht Ihrer gesamten Website (dafür können Sie Tools wie screaming frog nutzen, um eine Sitemap zu erstellen und diese in eine Tabelle zu exportieren).
Zu jeder Seite werden die folgenden Daten erfasst: URL, Erstellungsdatum, Content-Art, Interne & Externe Verlinkungen - Search Console prüfen – alles indexiert?
Um Ihre Liste zu verfeinern und erste Content-Probleme zu erkennen, werfen Sie einen Blick in die Search Console. Listet sie Seiten als “Gefunden – zur Zeit nicht indexiert”? Das ist laut Google ein Hinweis darauf, dass die betreffende Seite minderwertigen und für User nicht nützlichen Content enthält. Markieren Sie diese Seiten für die späteren Überprüfung. - SEO-Analyse – wichtige Kennzahlen
Nun prüfen Sie für alle Seiten die sogenannten “Outputfaktoren”, also Traffic, Conversions, Absprungrate und Ähnliches. Diese Daten zeigen Ihnen, ob die Inhalte bisher performen. Überprüfen Sie außerdem, ob die Seite rankt, und notieren Sie die entsprechenden Keywords. SEO-Tools wie ahrefs oder sistrix liefern Ihnen diese Werte. - Qualitäts-Analyse – gut, besser, weg?
Die SEO-Analyse zeigt Ihnen bereits, welche Unterseiten erfolgreich sind und welche nicht funktionieren. Sehen Sie sich diese Seiten nun im Detail an und entscheiden Sie, welche Sie beibehalten, welche Sie nachoptimieren und welche Sie entfernen.
Nach dem Content Audit kennen Sie den Zustand Ihrer Website und wissen, welche Unterseiten Sie im nächsten Schritt bearbeiten.
Ist der Zustand Ihres Contents geklärt, folgt die Umsetzung. Überarbeiten Sie bestehende Inhalte anhand der Anforderungen, die Google an hilfreichen, people first Content stellt.
Welche Anforderungen sind das genau? Zum Helpful Content Update hat Google eine Liste von Fragen veröffentlicht:
Ist Ihr Content people-first & helpful?
- Gibt es für den Content eine spezifische Zielgruppe und sind die Inhalte für diese Zielgruppe wirklich nützlich?
- Vermittelt der Content echte Expertise und tiefgehendes Wissen zum behandelten Thema (z.B. konkrete Erfahrungen mit einem Produkt/Service)?
- Hat die Seite einen klaren, primären Fokus oder Zweck (z.B. “Hier informieren wir rundum über unsere Dienstleistung XY” oder “Mit diesem Guide erfahren User alles über Thema XY”)?
- Stellen Sie sich vor, jemand hat gerade Ihren Content gelesen: Hat diese Person genug zum Thema gelernt, um ihr Ziel zu erreichen?
- Stellen Sie sich vor, jemand hat gerade Ihren Content gelesen: Hatte diese Person ein befriedigendes Erlebnis?
- Entspricht der Content den sonstigen Google Richtlinien für Core Updates und Produkt Reviews?
Aus den von Google veröffentlichten Fragen ergeben sich konkrete Hinweise dafür, wie Sie neuen Content von Anfang an hilfreich und people-first gestalten:
- Definieren Sie eine konkrete Zielgruppe und liefern Sie ihr nützliche, hochwertige Informationen.
- Zeigen Sie Ihre Expertise und teilen Sie Ihr Wissen. Beschreiben Sie konkrete Erfahrungen, aus denen Ihre Leser etwas lernen.
- Setzen Sie einen klaren Fokus für Ihre Seite. Worum geht es? Welche Frage/n wollen Sie beantworten?
- Welche Fragen haben Ihre Leser zum Thema der Seite? Beantworten Sie sie und sorgen Sie mit ausführlichen, zielgerichteten Inhalten dafür, dass keine weitere Recherche nötig ist, um sich rundum informiert zu fühlen.
- Sorgen Sie mit einem modernen Content-Design, einer klaren Textstruktur und lesefreundlichen Inhalten für ein angenehmes Lese-Erlebnis.
- Beachten Sie auch die sonstigen Google Tipps und Richtlinien zu hochwertigem Content.
Mit einer klaren Ausrichtung auf Ihre User erstellen Sie Inhalte, die langfristig überzeugen und nicht nur dem anstehenden Helpful Content Update, sondern auch zukünftigen Content-fokussierten Updates standhalten.
Fazit: Das Helpful Content Update richtig nutzen
Das Google Helpful Content Update stellt SEOs und Websitebetreiber vor neue Herausforderungen, eröffnet aber auch Spielraum. Im deutschsprachigen Raum bleibt bis zum Rollout Zeit, Inhalte zu prüfen und gezielt nachzubessern.
Wer jetzt genau hinschaut und die richtigen Schlüsse aus dem Update zieht, kann beim Rollout in Deutschland nicht nur einer eventuellen Ranking-Verschlechterung entgehen, sondern sein Ranking aktiv stärken.
Ein Content Overhaul lohnt sich damit für viele Websites. Wenn Sie dazu Fragen haben, unterstützen wir Sie gern.


