Mobile First Indexierung: Alles, was Sie wissen müssen
Mobile-First-Indexierung: sechs Prüfungen für Ihre Website
Google verwendet für die Suche grundsätzlich die mobile Version einer Website als Grundlage für Crawling und Indexierung. Wichtige Inhalte müssen deshalb auch für den mobilen Googlebot erreichbar sein.
Die Umstellung erfolgte schrittweise. Google kündigte im Juni 2024 an, die zuletzt noch mit dem Desktop-Googlebot gecrawlten Websites nach dem 5. Juli 2024 ebenfalls mit dem Smartphone-Googlebot zu erfassen. Ein bevorstehender allgemeiner „Mobile Only“-Wechsel im März 2021 ist daher keine aktuelle Planungsgrundlage.
Die folgenden Prüfungen helfen Ihnen, mobile Inhalte, Zugriffsmöglichkeiten und die Darstellung wichtiger Seiten zu kontrollieren. Beginnen Sie mit den Seitentypen, über die Nutzer Ihre Leistungen anfragen.
- Was bedeutet Mobile First Indexing?
- Sechs Prüfungen für die mobile Fassung
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- 1. Responsive Webdesign: eine flexible Lösung für alle Endgeräte
- 2. Zugriff des Googlebot auf die mobile Website: Ist die Seite für Google erreichbar?
- 3. Der gleiche Content auf allen Versionen: Inhalte zugänglich machen
- 4. Strukturierte Daten prüfen: Ist auch mobil alles richtig umgesetzt?
- 5. Visuelle Inhalte: auch mobil sauber darstellen
- 6. Platzierung von Anzeigen: gerade in der mobilen Version wichtig
- Mobile Inhalte regelmäßig kontrollieren
Was bedeutet Mobile First Indexing?
Mobile-First-Indexierung bedeutet, dass die für Smartphones ausgelieferte Fassung die Grundlage der Indexierung bildet. Die praktische Frage lautet: Erreicht Google dort dieselben wichtigen Inhalte und Informationen wie Nutzerinnen und Nutzer am Desktop?
Welche Inhalte müssen mobil erreichbar sein?
Untersuchen Sie die tatsächlich ausgelieferte mobile Seite. Fehlen dort wesentliche Inhalte, kann Google sie nicht aus der Desktop-Darstellung übernehmen. Ein responsives Layout hilft, ersetzt aber keine Prüfung der Inhalte und Zugriffsmöglichkeiten.
Welche Unterschiede zwischen den Versionen sind relevant?
Vergleichen Sie vor allem Hauptinhalt, Überschriften, strukturierte Daten und Zugriffseinstellungen. Ein Unterschied in der optischen Anordnung ist etwas anderes als ein fehlender Inhalt.
Prüfen Sie die mobile Fassung nach größeren Änderungen erneut. Dabei sollte erkennbar sein, ob Inhalte vorhanden sind, Links funktionieren und Nutzer die vorgesehenen Aufgaben ausführen können.
Haben Sie Ihre Website noch nicht auf Mobile First ausgerichtet, sollten Sie das nachholen. Eine technisch mangelhaft umgesetzte oder gar nicht bereitgestellte mobile Website wirkt sich ab der Umstellung direkt auf Ihr Ranking aus.
Wurde meine Website bereits mittels Mobile First Indexing bewertet?
Ob Ihre Website bereits aufgrund der mobilen Version bewertet wird, ist leicht zu überprüfen. In der Google Search Console finden Sie unter den Einstellungen im Abschnitt „Über“ die Angabe, welcher Indexing Crawler genutzt wird.
Alle neuen Websites, die seit dem 1. Juli 2019 im Internet oder in der Google Suche erschienen sind, wurden automatisch per Mobile First Indexing bewertet. Betreiber solcher Websites müssen daher in der Regel keine negativen Folgen der Umstellung befürchten.
Bei getrennten mobilen URLs müssen die Zuordnung der Versionen und ihre technischen Einstellungen zusammenpassen. Beziehen Sie die technische Betreuung ein, wenn unklar ist, welche Fassung Google tatsächlich abrufen kann.
Wann ist eine Prüfung sinnvoll?
Eine technische Prüfung ist besonders nach einem Relaunch, einem Template-Wechsel oder Änderungen an der mobilen Darstellung sinnvoll. Dokumentieren Sie den Ausgangszustand, die gefundenen Probleme und die erneute Kontrolle nach einer Korrektur.
Diese Prüfungen brauchen Zeit und eine erfahrene Umsetzung durch eine Agentur oder Ihre Entwickler. Planen Sie die Vorbereitung deshalb früh ein.
Sechs Prüfungen für die mobile Fassung
Gehen Sie die folgenden Punkte an repräsentativen Seiten durch. Berücksichtigen Sie dabei unterschiedliche Seitentypen, etwa Angebote, Ratgeber und Kontaktseiten.
1. Responsive Webdesign: eine flexible Lösung für alle Endgeräte
Responsive Design bezeichnet eine Methode, mit der Sie eine Website flexibel und anpassbar gestalten. Die responsive Website erkennt, auf welchem Endgerät sie dargestellt wird, und passt ihre Darstellung entsprechend an. Eine Trennung zwischen Desktop- und Mobile-Version ist damit nicht nötig. Die Website wird auf jeder Bildschirmgröße passend dargestellt.
Auch die Pflege einer Website mit Responsive Design fällt in vielen Punkten leichter. Weil Sie alle Inhalte direkt für die mobile und die Desktop-Darstellung anlegen, entfällt die doppelte Pflege und Anpassung einer separaten Seite.
Ein responsives Layout kann die Pflege derselben Inhalte auf verschiedenen Bildschirmgrößen erleichtern. Testen Sie trotzdem die tatsächliche Darstellung und Bedienung; allein die Bezeichnung „responsive“ garantiert kein fehlerfreies Ergebnis.
2. Zugriff des Googlebot auf die mobile Website: Ist die Seite für Google erreichbar?
Prüfen Sie, ob Googlebot wichtige Inhalte und Ressourcen abrufen kann. Achten Sie insbesondere auf folgende Einstellungen:
- Die mobile Website und die Desktop-Website sollten dieselben Meta-Robots-Tags verwenden. Setzen Sie auf der mobilen Website einen abweichenden Meta-Robots-Tag ein, zum Beispiel noindex oder nofollow, kann Google die Seite unter Umständen nicht crawlen und indexieren.
- Google muss alle relevanten Inhalte crawlen können. Einige Inhalte wie Videos und Bilder liegen auf der mobilen Website unter einer anderen URL. Prüfen Sie deshalb, ob eine disallow-Anweisung diese Inhalte versehentlich blockiert.
- Wenn der Googlebot eine Website crawlt, lässt er in der Regel alle Inhalte aus, die erst nach einer Nutzeraktion wie Wischen oder Aufklappen erscheinen. Wurden hinter diesen Aktionen auf der mobilen Website sogenannte Lazy Loading Inhalte eingebaut, wird der Googlebot sie ignorieren. Prüfen Sie daher, ob alle relevanten Inhalte für den Crawler erreichbar sind und passen Sie diese gegebenenfalls an. Google selbst hat einen hilfreichen Guide dazu verfasst, wie Lazy Loading Inhalte sichtbar gemacht werden können.
3. Der gleiche Content auf allen Versionen: Inhalte zugänglich machen
Wichtige Hauptinhalte sollten auch mobil vorhanden sein. Wenn ein Text nur auf der Desktop-Fassung ausgeliefert wird, reicht ein Verweis auf deren Existenz für die mobile Indexierung nicht aus.
Wenn bisher aufgrund von Platzmangel in der mobilen Version auf Informationen und Inhalte verzichtet wurde, sollten Sie das jetzt ändern. Ansonsten kann es zu einer schlechteren Bewertung nach dem Update kommen.
Besonders die Überschriften sollten hier geprüft werden. Sind sie klar und aussagekräftig? Beachten Sie, dass eine sehr lange Überschrift aus der Desktop-Version auf dem mobilen Endgerät unter Umständen schlecht lesbar ist. Halten Sie den Content beider Versionen deshalb inhaltlich identisch und formatieren Sie ihn so, dass er auf allen Endgeräten gut lesbar bleibt.
Tipp: Achten Sie bei allen Website-Texten auf eine mobilfreundliche Formatierung. Weitere Informationen zur mobilfreundlichen Formatierung finden Sie hier.
4. Strukturierte Daten prüfen: Ist auch mobil alles richtig umgesetzt?
Nicht nur wichtige Inhalte gehören in alle Versionen Ihrer Website, auch die strukturierten Daten müssen in der Desktop- und in der Mobile-Variante vorhanden und identisch sein. Prüfen Sie dabei alle Typen strukturierter Daten auf Ihrer Website. Google weist darauf hin, dass die Typen Breadcrumb, VideoObject und Product besonders relevant sind.
Ein weiterer wichtiger Hinweis von der Suchmaschine selbst:
„Verwende in strukturierten Daten die passenden URLs. Prüfe, ob die URLs in den strukturierten Daten der mobilen Version auf die mobilen URLs aktualisiert wurden.“
5. Visuelle Inhalte: auch mobil sauber darstellen
Gerade visuelle Inhalte wie Videos und Bilder stellen Website-Betreiber in der mobilen Version vor Herausforderungen. Damit diese Inhalte sauber ausgeliefert werden, achten Sie auf folgende Aspekte:
- Qualität: Liefern Sie alle Bilder in ausreichender Qualität aus, also in passender Größe mit guter Auflösung. Die Qualität sollte in der Desktop- und in der mobilen Version identisch sein.
- Bildformat: Google unterstützt nicht alle Bildformate. Achten Sie daher darauf, ein gängiges Format (z.B. JPG, PNG, SVG oder GIF) zu wählen, das Google in jedem Fall indexieren kann.
- URLs: Auf manchen Websites werden immer neue URLs erstellt, wenn ein Bild geladen wird. Der Googlebot kann diese Inhalte nicht korrekt lesen und indexieren. Daher sollten sich URLs von Bilddateien nicht ständig ändern.
- Alt-Text & Co: Alt-Texte, Dateinamen, Beschriftungen, Titel und sonstige Daten, die mit den Bildern auf Ihrer Website verknüpft sind, sollten auf der mobilen und der Desktop-Website identisch sein.
6. Platzierung von Anzeigen: gerade in der mobilen Version wichtig
Google weist darauf hin, dass die falsche Verwendung von Anzeigen auf der mobilen Website die Bewertung negativ beeinträchtigen kann. Aber was genau bedeutet „falsche Verwendung“? Hierfür zieht Google die sogenannten Better Ads Standards heran. Diese stammen von der Organisation betterads.org und wurden zusammengestellt, um einheitliche Richtlinien für Nutzer-freundliche Anzeigenwerbung im Web zu etablieren. Google orientiert sich bei der Prüfung und Bewertung von Anzeigen an diesem Standard.
Ein wichtiger Punkt im Bereich Mobile ist die Größe der Anzeigen: Wie alle anderen Inhalte sollten auch sie an das Endgerät angepasst werden. Der Platz auf mobilen Geräten ist begrenzt, sodass zu große Anzeigen die Nutzung beeinträchtigen. Bei Google sorgt das für Abstriche. Auch eine ungünstige oder für User aufdringliche Platzierung der Anzeigen kann negative Auswirkungen haben.
Mobile Inhalte regelmäßig kontrollieren
Halten Sie nach einer Prüfung fest, welche konkreten Unterschiede bestehen und welche davon Zugriff oder Nutzung beeinträchtigen. Priorisieren Sie Probleme auf den Seiten, die für Besucher und Geschäftsziel relevant sind.
Betreibern von Webseiten, die den Fokus bisher auf die Desktop-Version gelegt und dabei die mobile Ansicht vernachlässigt haben, steht hingegen viel Arbeit bevor, um ihre Seiten fit für die Umstellung zu machen. Dieser Aufwand zahlt sich aus: Eine gründliche Überarbeitung und Ausrichtung auf die mobile Version ist ein wichtiger Faktor für das Ranking Ihrer Website.
Kontrollieren Sie nach einer Korrektur sowohl den technischen Abruf als auch die Bedienung auf kleinen Bildschirmen. Ob sich daraus zusätzliche relevante Klicks oder Anfragen ergeben, muss separat gemessen werden.


